„Grüne Becken“ als Herzstücke des Hochwasserprogramms Sachsen-Anhalt

Eine Schafherde weidet im Bodetal auf einem Damm in Königshütte (Landkreis Harz). Die geplanten Dämme in Wippra, Strassberg und Meisdorf sehen nach Fertigstellung vergleichbar aus. Die bewachsenen Hänge sowie die Talauen der Flüsse Wipper und Selke werden zukünftig extensiv beweidet. (dpa 9032848)
Das Hochwasseraktionsprogramm Sachsen-Anhalt ist eine Initiative des Landes auf die Katastrophenfluten 1994 und 2002. Hauptziel des Programms – neben Deichertüchtigungen,  Ausweisung von Überflutungsflächen und Beseitigung von Engstellen an Wasserläufen -  ist der gezielte Hochwasserrückhalt in den Harztälern selbst. Im Einzugsgebiet der Flüsse Selke und Wipper sollen Sturzfluten zukünftig  im Oberlauf entschärft werden, bevor sie im Harzvorland Schäden anrichten. An drei Dämmen, oberhalb der Orte Strassberg, Meisdorf und Wippra, laufen die Extremhochwasser zukünftig auf und fließen in vertretbarer Menge zeitverzögert ab. Während der Bauzeit tragen ortsnahe Bodenentnahmestellen dazu bei, dass  Belastungen durch LKW-Fahrten auf das Notwendigste beschränkt bleiben. 

Allein an diesen drei Standorten investiert das Land 40 Mio. Euro.  "Das ist bestens angelegtes Geld, um Hochwasserschäden, die für die Betroffenen oft schwere Schicksalsschläge sind, zu vermeiden", sagte Umweltministerin Petra Wernicke (CDU) 2003 bei der Präsentation und lobte die Vorarbeit des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW), in enger Abstimmung mit den Kommunen die „ökonomisch und ökologisch günstigste Varianten“ herausgearbeitet zu haben. Die ausgewählten Talabschnitte wurden als „Grüne Becken“ konzipiert.  Ihr Einsatz erfolgt nur bei sogenannten Jahrhundertfluten. Das bedeutet, in der übrigen Zeit bleibt die Natur weitgehend so, wie man sie kennt  – Wandern und Naherholung inklusive.
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