Wie funktioniert ein „Grünes Rückhaltebecken“?

Fallbeispiel für die Funktion eines Hochwasserrückhaltebeckens: In Waibstadt-Bernau (Baden-Württemberg) wurden am 1.März 2008 nach einem Starkregen rund 1 Mio.Kubikmeter aufgestaut. Das Auslaßbauwerk lässt nur soviel Wasser durch, wie im Flußbett gefahrlos abgeführt werden kann. Linkes Bild: Das Bauwerk bei normalem Wasserstand. (Foto: zvhws/Baumgärtner)
Form und Funktion aller drei Rückhaltebecken gleichen sich. Nehmen wir das Projekt Wippra als Beispiel (siehe Animation): Ab 2010 soll oberhalb von Wippra ein 17 Meter hoher und 190 Meter langer Damm das Wippertal abriegeln. Ein Dammfuß von stattlichen 160 Meter Breite verleiht ihm Stabilität, um mehr als 4 Mio. Kubikmeter aufhalten zu können, während ein Teil der Flut den Damm dosiert passieren kann ohne im Unterlauf Schäden anzurichten. Bei einem hundertjährlichen Hochwasser dauert es 10 Tage bis der Rückstau vollständig abgelaufen und die Talaue wieder begehbar ist.

Sicherlich verändert das Tal an dieser Stelle sein charakteristisches Aussehen. „Das wird keine Betonmauer, sondern ein begrünter Erddamm. Und wir unternehmen alle möglichen Anstrengungen, damit sich das Bauwerk harmonisch in die Landschaft einfügt“, versichert Burkhard Henning, TSB-Geschäftsführer und LHW-Direktor.  Mit den geplanten Trockenbecken in Wippra, Strassberg und Meisdorf begeht Sachsen-Anhalt Neuland, doch das Prinzip der „Grünen Becken“ ist Stand der Technik und liegt bundesweit im Trend.
© Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt